Der Hintergrund
Der Überblick, den keines Ihrer Systeme hat
Fragen Sie eine IT-Abteilung, wer worauf Zugriff hat, und die Antwort wird zu einer Suche in fünf verschiedenen Systemen: Active Directory zeigt Gruppenmitgliedschaften, Entra ID zeigt Cloud-Rollen, das HR-System weiß, wer beschäftigt ist, und jede Fachanwendung führt ihre eigenen lokalen Berechtigungen. Jedes System ist die Wahrheit über seine eigene kleine Welt – aber keines zeigt, was eine Person insgesamt kann.
Genau diese Lücke schließt eine Identity Visibility and Intelligence Platform. Eine IVIP führt Identitäts- und Zugriffsdaten aus allen Quellen in einem konsolidierten Bild zusammen: Konten, Berechtigungen, Rollen, Beziehungen und Aktivitäten, über On-Premises und Cloud hinweg. Auf dieser Ebene setzt die Plattform Analysen auf, die finden, was das Auge nicht sieht: verwaiste Konten, angesammelte Berechtigungen, gefährliche Kombinationen und Abweichungen vom Muster.
Die Kategorie
Warum hat Gartner eine neue Kategorie geschaffen?
Gartner hat der Kategorie im Sommer 2025 einen Namen gegeben, als IVIP in den Hype Cycle für digitale Identität aufgenommen wurde. Die Definition, kurz gefasst: Produkte, die sich schnell mit Identitätsquellen verbinden und Transparenz über Identitäts- und Zugriffsdaten schaffen, kombiniert mit fortgeschrittener Analytik.
Der Bedarf ist nicht neu, aber er ist akut geworden. Die Zahl der Systeme wächst, Maschinen- und Service-Identitäten nehmen schneller zu als die menschlichen, und Angriffe zielen zunehmend auf Identitäten statt auf Infrastruktur. Gleichzeitig verlangen NIS2, DORA und ISO 27001 einen dokumentierten Überblick über Zugriffe. Die klassischen IAM-Werkzeuge steuern jeweils ihren eigenen Bereich – aber keines ist dafür gebaut, den konsolidierten Überblick über alle hinweg zu liefern.
Die Kategorie ist noch jung. Gartner ordnet IVIP früh auf der Reifekurve ein, und der Markt besteht sowohl aus spezialisierten jüngeren Anbietern als auch aus etablierten Herstellern, die ihre Plattformen erweitern. Das macht die Produktauswahl schwieriger – aber der Bedarf, den die Kategorie beantwortet, ist real.
Die Abgrenzung
IVIP ersetzt Ihre IAM-Werkzeuge nicht
- IGA steuert den Lebenszyklus: Onboarding, Wechsel und Offboarding, Anträge, Genehmigungen und Rezertifizierung. Eine IVIP verschiebt keine Berechtigungen – sie zeigt und bewertet sie.
- PAM schützt privilegierte Konten: Vault, Rotation und Session-Management. Eine IVIP kann privilegierte Zugriffe aufdecken, die die PAM-Lösung nicht kennt.
- Access Management regelt den Login: SSO und MFA im Moment der Anmeldung. Eine IVIP betrachtet, was das Konto kann, sobald es angemeldet ist.
- IVIP konsolidiert und analysiert: eine Datenbasis über alle Quellen hinweg – die Ebene, die den anderen Werkzeugen jeweils fehlt.
Was bedeutet das für Sie?
Haben Sie bereits IGA oder PAM, macht eine IVIP diese Werkzeuge besser: Die Analysen zeigen, wo das Rollenmodell schief gewachsen ist, welche Berechtigungen nie genutzt werden und wo bei der Rezertifizierung blind genehmigt wird. Haben Sie noch kein IGA, kann eine IVIP ein schneller erster Schritt sein – der Überblick steht in Wochen statt Jahren, und die Datenbasis lässt sich direkt in einem späteren IGA-Projekt weiterverwenden.
Unabhängig vom Ausgangspunkt bleibt die Reihenfolge dieselbe: Sichtbarkeit zuerst. Man kann nicht steuern, was man nicht sieht – und genau auf diesem Satz ist die IVIP-Kategorie aufgebaut.
Wie gut ist Ihr eigener Überblick?
Wir erfassen Ihre Identitäten und Zugriffe und zeigen, wo Ihnen der Überblick fehlt – und wofür er genutzt werden sollte. Ergebnisse auf Englisch, Dialog auf Deutsch.



